Paul Schmidtbauer

Maler und Grafiker

geboren in Lividraga (Bosnien) 1892 | gestorben in Graz 1974

Paul Schmidtbauer griff als Künstler immer wieder sozialkritische Themen auf und war kultur - und gesellschaftspolitisch tätig. Seine Haltung machte ihn zweimal zum Opfer politischer Verfolgung: 1938, als er in London verweilte und die Emigration überlegte, wurde er in Graz als "Juden - und Sozifreund" angegriffen und 1949 als er von den wiedererstarkten NS - Seilschaften um die Früchte seines großen Engagements für die Grazer Künstlerschaft in den ersten Nachkriegsjahren gebracht wurde.

In den frühen 20er Jahren, nach Studien an der steirischen Landeskunstschule und in Wien, war er Mitglied des Werkbundes Freiland. In den 20er und 30er Jahren steirischer Avantgardist am Puls der Zeit und Gründungsmitglied und erster Sekretär der Sezession Graz, passte er später seine Auftragsarbeiten 8Wandmalereien) zwar stilistisch und inhaltlich an die Zeitströmungenan, um als freischaffender Künstler existieren zu können. Doch in seinen freien Arbeiten, während der NS - Zeit fast alle nur in winzigen Formaten ausgeführt, gibt es auch immer Beispiele einer autonomen, ungebeugten Haltung. In seiner Grafik repräsentiert er wie kaum ein anderer ein rares Spektrum der steirischen Kunst: Erotik, die Grazer Kulturszene, Außenseiter und das tägliche Leben in den Hinterhöfen und an den Stadträndern.