Rainer Possert

Fotograf

geboren in Salzburg 1950

Bereits als Kind hat mich dieser kleine technische Apparat fasziniert, ein kompliziertes Spielzeug, das man gelegentlich anfassen durfte. Physik war eines meiner Lieblingsfächer, Optik, das Licht, Relativitätstheorie. Als Student Versuche mit Mittelformat und Dunkelkammer in einer WG, später mit Kleinformat: Familie, Landschaften, "schöne Fotos", kein Archiv, einige Überbleibsel.

Mein Schwerpunkt heute: Alltägliches, Dienge die herumliegen, ich muss keine Reisen unternehmen um "Schönes" zu entdecken: Plastik (- müll), Schrott, Übergänge, Transformationen, Verrottung, Oxidationsprozesse, Entropie.

Ich versuche mich (nicht nur) der visuellen Vermüllung zu widersetzen, diesen unsäglichen bunten Plakatwänden, den glatten Photoshop - manipulierten Gesichtern, den hyperrealen Oberflächen, mit den immer gleichen Posen und Inhalten, den Abermilliarden von Bildern (16/Sec.) in Film und TV.

Die Fotografie bietet mir die Möglichkeit zur Verlangsamung, zum genaueren Betrachten der Objekte - um schon nicht ihr Entstehen [das war ein Motto von Alexander Rodchenko (1891 - 1956)], so doch ihr langsames Verschwinden festzuhalten, dessen Komplexität sich erst manchmal am Monitor oder zuletzt am Ausruck zeigt.