Rudolf Pointner

Maler und Grafiker

geboren in Zara (Dalmatien) 1907 | gestorben in Graz 1991

Rudolf Pointner war Lehrer und als Künstler Autodidakt. Bereits in jungen Jahren wurde er Mitglied der Sezession Gaz und des Hagenbundes in Wien. Nach dem Februaraufstand 1934 wurde er wegen "Hochverrats" kurz inhaftiert. Er hatte enge Kontakte zu widerständigen Kreisen in Wien um Franz Schacherl und später um Otto Basil, wo er den Emigranten Edgar Jen traf, der seinen Zugang zum Surrealismus beförderte.

Rudolf Pointner arbeitete an der ersten Nummer der Kulturzeitschrift PLAN mit, in der die NS - Kulturpolitik scharf kritisiert wurde.

Nach dem "Anschluss" 1938 galten seine Bilder als "entartet". Er verschleppte seine Eingliederung in die Reichskulturkammer und wurde nach der Besetzung Jugoslawiens als Lehrer in Slowenien dienstverpflichtet. Während er dort einerseits künstlerische Aufträge im Sinne der Machthaber ausführte, gestaltete er andererseits einen illegalen Privatdruck in surreal - kubistischem Stil.

Anfang 1944 zur Wehrmacht eingezogen, desertierte er im Sommer des selben Jahres und schloss sich der französischen Widerstandsorganisation FFI an, wurde aber nach Kriegsende trotzdem als deutscher Kriegsgefangener interniert. Nach seiner Rückkehr war er 1947 wieder Mitarbeiter des PLAN und Gründungsmitglied des ART - CLUB. Er nahm 1948 an der ersten Surrealisten - Ausstellung in Österreich teil und war 1950 Mitarbeiter der "Surrealistischen Publikationen" Max Hölzers. 1953 bis 1967 war er Präsident der Sezession Graz, die in dieser Zeit einen Höhepunkt ihrer Ausstrahlung erreichte.