Ida Sofia Maly

Malerin und Grafikerin

geboren in Wien 1894 | gestorben in Hartheim (Vernichtungslager) 1941

Ida Sofia Maly wuchs in Graz auf und besuchte die Landeskunstschule, später setzte sie ihre Studien in Wien und München fort. Sie erhielt prägende Eindrücke in München nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, wo sie im Kreis um die Witwe Frank Wedekinds verkehrte, welche die Schwester ihrer besten Freundin war. Ida Malys Werk aus den 20er Jahren zeigt selbstbewusste Frauen. Ihr Freiheitsdrang und ihre emanzipatorischen Ziele geriet in Konflikt mit ihren Aufgaben als alleinerziehende Mutter, sie wurde krank und kehrte nach Graz zurück.

Anfang der 30er Jahre malte sie Bilder im Stil des Art duo, die zu den wenigen Beispielen dieser Stilrichtung in der Steiermark gehören. Nach ihrer Einweisung in das psychiatrische Krankenhaus "Am Feldhof" in Graz entstand ein formal und inhaltlich einzigartiges Werk, das nicht nur als Statement zu ihrer eigenen Situation zu lesen ist, sondern auch die politischen Verhältnisse widerspiegelt.

Aus der Zeit nach 1935 sind keine Bilder mehr von ihr überliefert, wahrscheinlich wurden sie vernichtet. In der NS - Zeit wurde Ida Maly im rahmen des "Euthanasie - Programms" selektiert und 1941 in der Vernichtungsanstalt Hartheim in Oberösterreich ermordet. Der Großteil ihrer späten Bilder befindet sich heute in der Sammlung Arnulf Rainers.