Axl Leskoschek

Maler, Grafiker und Illustrator

Axl Leskoschek war der Sohn eines Feldmarschalleutnants und promovierter Jurist. Die Schrecken des 1. Weltkriegs und der moralische Bankrott der Monarchie bewogen ihn zum Bruch mit Familientradition und geplanter Justizkarriere. Schon während des Krieges hatte er gezeichnet, ab 1919 studierte er Malerei und Grafik.

1923 ist er Gründungsmitglied der Sezession Graz und hat bald erste künstlerische Erfolge, vor allem mit Buchillustrationen, die seine existenzielle Basis werden sollten. Als Redakteur beim "Arbeiterwillen", der Tageszeiten der steirischen Sozialdemokraten, und als Mitglied des Schutzbundes beteiligte er sich am Arbeiteraufstand im Februar 1934. Während seiner Haft 1936/1937 im Anhaltelager Wöllersdorf malte er eine umfangreiche Folge allegorischer Blätter in expressiv - surrealem Stil, die zu den bedeutendsten manifestationen widerständiger Kunst in Österreich zählen.

1938 flüchtete Leskoschek vor den Nationalsozialisten in die Schweiz. Weil er unter einem Pseudonym seinen publizitischen Kampf gegen den NS - Staat weiterführte, war er von der Abschiebung bedroht und ging 1940 ins Exil nach Brasilien. Hier wurde er mit sozialkritischen Pochoirs und Buchillustrationen bekannt und leistete als Professor einer Kunstschule einen bis heute unvergesslcuen Beitrag zur Entwicklung der modernen Grafik in Brasilien. 1948 kehrte er eáuf Einladung Viktor Matejkas nach Österreich zurück. Eine Professur an der Wiener Akademie, die ihm in Aussicht gestellt worden war, erhielt er nicht.

In der Zeit des Krieges trat er aks Kunstkritiker der kommunistischen tageszeitung in Wien für den Realismus ein, das brachte ihn in eine Gegenposition zu den Protagonisten des Aufbruchs der österreichischen Kunst nach dem Krieg. Lange wurde sein Werk offiziell kaum beachtet, erst mit seinem Odysseus - und dem Kain - Zyklus erlangte er durch internationale Ausstellungen in den 60er - Jahren eine gewisse Bekanntheit als Vertreter politisch engagierter Kunst. Trotz seiner Bedeutung als Illustrator und eines umfangreichen Werkes an Bildern und Aquarellen wurde er erst 1971 in der Neuen Galerie in Graz und 1974 in der Albertina ausgestellt. Heute gilt er als einer der Hauptvertreter der steirischen Kunst der Zwischenkriegszeit.