Hubert Hoffmann

Hubert Hoffmann ist uns bekannt als Architekt der internationalen Moderne, streitbarer Städteplaner, unvergesslicher TU - Professor, Begründer der modernen Raumplanung in der Steiermark, und - nicht zuletzt - anregender Berater zahlreicher Bürgerinitiativen. Wir haben ihm beispielsweise wesentlich zu verdanken, dass die Pyrnautobahn nicht mitten durch Graz geführt wurde, sondern durch den Plabutschtunnel. Er war der Erste, der diese Idee einbrachte, die schließlich mittels Volksabstimmung realisiert werden konnte. Dieser basisdemokratische Akt entspricht ganz seinem Denken und dem Geist des Bauhauses, den er in beeindruckender Weise repräsentiert.

Weniger bekannt ist bei uns, dass Hubert Hoffmann auch ein unfangreiches grafisches Werk geschaffen hat. Tatsache ist, dass der Künstler mit seinen Schriftbildern, die er in den 20er Jahren kreirte, die visuelle Poesie von Gomringer, Röhm und Mon im fast 50 Jahre vorwegnahm. Die Inkunabeln seiner konstruktivistischen Grafik aus seiner Zeit am weltberühmten Bauhaus in Dessau befinden sich längst in Sammlungen und Archiven in Berlin und Dessau.

Ausgehend von diesen frühen Arbeiten hat er in den 70er und 80er Jahren jene Arbeiten geschaffen, die seine serielle Arbeitsweise dokumentieren, entstandten in einer Zeit, in der serielles Arbeiten noch nicht jene bekannten Vertreter gefunden hatte, wie das heute der Fall ist. Das ist darauf zurückzuführen, dass Hubert Hoffmann immer international orientiert war und hier seit 1959 wesentliche Grundsteine für die "Grazer Schule der Architektur" gelegt hat - man denke nur an die elektrotechnischen Institute in St. Peter.

Das grafische und fotografische Werk Hubert Hoffmanns nimmt in der Steiermark eine Sonderstellung in seinem in der Tradition des Bauhauses stehenden konstruktivistischen Stil ein. Für diese Bereicherung unseres kulturellen Erbes und unserer steirischen Identität müssen wir dem Künstler danken, dem Weltbürger, der uns ein Landsmann geworden ist.