Anny Dollschein

Malerin und Schauspielerin

geboren in Graz 1893 | gestorben in Graz 1946

Anny Dollschein erhielt ihre erste Ausbildung an der Privatmalschule von Frederike von Koch und an der Landeskunstschule in Graz. Sie war Mitglied der Werkbundes "Freiland", an dessen Marionettentheater sie mitwirkte. 1924 schloss sie sich der Sezession Graz an. Da ihre ehemals vermögende Familie verarmt war, arbeitete sie als Erzieherin.

1930 fuhr sie erstmals nach Paris, 1932 bis 1935 studierte sie in der "Welthauptstadt der Kunst" an der Malschule von André Lhote. Die in Paris entstandenen Bilder, die seit 1934 in der Grazer Ausstellung zu sehen waren, gehören zu den wenigen Beispielen neusachlicher Kunst in der Steiermark.

Nach ihrer Rückkehr wurde ihre Malerei durch den Einfluss von Alfre Wickeburg um kubistische Elemente bereichert. Sie experimentierte vor 1938 auch mit abstrakten Kompositionen, wie einige Aquarelle belegen.

Nach der Machübernahme der Nationasozialisten war sie sehr bedrückt, unterwarf sich aber den gebrauchsgrafischen Aufträgen, die sie vor allem durch Hanns Wagula erhielt, formal unf inhaltlich der NS - Doktrin. Ihre Bilder konnte sie on den Ausstellungen nicht mehr zeigen. Sie arbeitete mit Hans Bauer zusammen, im Gegensatz zu ihm wirken aber auch ihre freien Arbeiten immer verunsicherter.

Nach längerer Krankheit starb Anny Dollschein völlig verarmt. In einem Nachruf heißt es, schuld an ihrem frühen Tod sei die Verelendung während des Krieges gewesen.