Ferdinand Bilger

Maler und Grafiker

geboren in Wien 1903 | gestorben in Graz 1961

Ferdinand Bilger war Chemiker und Mitarbeiter des Nobepreisträgers Prof. Pregl in Graz. Mit Herbert Eichholzer bereiste er in den 20er jahren Abessinien und arbeitete später auf der Insel Java für eine Zuckerfabrik.

Mit seiner ersten frau Maria Biljan - Bilger war er im Zentrum eine Kreises von Künstlern und Intellektuellen, die sich in seiner Wohnung in der Morellenfeldgasse in Graz trafen und Widerstand gegen die sich ausbreitenden faschistischen Tendenzen leisteten. Er beteiligte sich am Aufstand ses sozialistischen Schutzbundes im Februar 1943 und wurde deshalb inhaftiert.

1937 ging er nach Spanien zu den internationalen Brigaden, wo er eine Hygiene - Abteilung leitete. nach der Niederlage der Republikaner im jahr 1939 flüchtete er nach Frankreich unf tauchte nach der Besetzung Sünfrankreichs durch die deutsche Wehrmacht im Department "Lot et Garonne" unter. Im französischen Exil traf er seine jüdische Frau Rudja, mit der er einen Sohn hatte. Er begann - von Rouault inspiriert - zu malen und beteiligte sich ab 1943 an mehreren Ausstellungen in Südfrankreich.

1947 kehrte er nach Österreich zurück und lebte als freischaffender Künstler. Er war Mitglied des ART - CLUB und der Sezession Graz. Als einer der ersten in Österreich stellte er Grafiken in Siebdruck her. Seine konstruktiv - abstrahierten Gemälde und Mischtechniken, wichtige Beispiele des künstlerischen Aufbruchs nach dem Krieg in der Steiermark, wurden aber zu seinen Lebzeiten wenig gewürdigt.

1961 nahm er sich selbst das Leben.