Friedrich Aduatz

Maler und Grafiker - Pula - 1907 bis 1994 - Voitsberg

Friedrich Aduatz war Lehrer von Beruf. Neben seiner Tätigkeit besuchte er die Abendkurse an der Kunstgewerbeschule und an der Landeskunstschule, an der Wilhelm Thöny ihn unterrichtete. In den 30er Jahren wurde er Mitglied der Sezession Graz und des Hagenbunges in Wien, den damals für die Moderne besonders wichtigen Kunstvereinigungen in Österreich.

Er war bekannt für seine abstrahierende Malweise und sozial engagierte Grafik, was ihn veranlasste, die Anfang 1938 zur letzten Hangenbund-Ausstellung eingesandten Bilder nach deren Verbot durch die Nattionalsozialisten nicht mehr abzuholen. Er fühle sich als "entarteter Künstler" und als Lehrer mit sozialistischer Vergangenheit existenziell bedroht und wurde Mitglied der NSDAP, um sich abzusichern. Gleichzeitig dokumentierte er seine wirkliche Einstellung durch resistentes Verhalten und in regimekritischen Bildern, deren Auffindung während der NS-Herrschaft ihn der Verfolgung durch die Gestapo ausgesetzt hätte.

Dass er nach dem Kriegsende fast unmittelbar an das vor 1938 erreichte künstlerische Niveau anzuknüpfen vermochte, war Ausdruck seiner geistigen Ungebrochenheit und Voraussetzung dafür, dass er durch seine abstrakten und informellen Arbeiten in den 50er und 60er Jahren internationale Bekanntheit erreichte. Er wurde 1956 und 1958 zu den wichtigsten Ausstellungen österreichischer Malerei in Amsterdam und Montevideo eingeladen.